Probiotika - Moderne Darmtherapie

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Probiotika

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Probiotika sind Zubereitungen mit lebenfähigen Mikroorganismen.

Es gibt natürliche Probiotika und dazu zählt milchsauer eingelegtes Gemüse wie beispielsweise das Sauerkraut. Dabei entsteht unter Luftabschluss aus dem Weißkohl das Sauerkraut, weil sich die Milchsäurebakterien, die Laktobazillen und Bifidobakterien, darin vermehren. Damit ist Sauerkrautsaft ein natürliches Probiotikum.

Achtung vor schlechten Probiotika
Mittlerweile hat die Pharmaindustrie die Probiotika längst für sich entdeckt.
Scheinbar täglich kommen neue Präparate auf den Markt. Allen ist gemein, dass sie nicht als Arzneimittel zugelassen werden, sondern lediglich als Nahrungsergänzungsmittel. Die Arzneimittelzulassung ist aufwendig und teuer und wird derzeit von den Herstellern nicht angestrebt. Leider sind Nahrungsergänzungsmittel aber auch nicht den qualitativen Auflagen unterworfen, die Arzneimittel erfüllen müssen. So tummeln sich neben äußerst fragwürdigen Produkten auch solche auf dem Markt deren Arzneimittelsicherheit, so man sie geprüft hätte, sicher nicht gegeben wären.

Es obliegt daher dem Konsumenten sich zu informieren. Darmtherapeuten kennen gute Produkte. In manchen Apotheken werden leider die Produkte empfohlen die das aggressivste Marketing machen und die meisten Rabatte gewährleisten. Das dies nicht notwendigerweise die besten Probiotika sind ist verständlich.


Gute Probiotika sollten mindestens nach folgenden Kriterien beurteilt werden:
1. werden die Bakterien in der EU hergestellt? (Arbeiten die Firmen nach GMP und HACCP)
2. kann die Genstabilität der Bakterien gewährleistet werden?
3. Sind die Bakterien lebensfähig?
4. Sind die Bakterien resistent gegenüber Einflüssen in der Produktion?
5. Sind die Bakterien resistent gegenüber Verdauungssäften (wie die Magensäure, Pankreassaft)?
6. Sind nur Spezies enthalten, die physiologischerweise auch im menschlichen Darm vorkommen?
7. Wurde das Überleben der Bakterien im Darm getestet? (zB SHIME-Verfahren)
8. Sind nur notwendige Füllstoffe enthalten?


Füllstoffe in Probiotika
Notwendig ist beispielsweise ein Präbiotikum wie Maltodextrin, Pektin, Inulin oder Oligofructose (GOS, FOS). Notwendig kann auch ein Füllstoff wie Reisstärke sein, jedoch ist Cellulose sicher ein qualitativerer Füllstoff als die billigere Reisstärke.
Unnötig sind Titandioxid, Aromen, Kaliumsorbat, Reisprotein, Mangansulfat, Siliciumdioxid oder Magnesiumsalze der Speisefettsäuren.
Gerade der ohnehin gereizte Darm reagiert sehr sensitiv auf diese Stoffe.


Hier ein Beispiel für ein bekanntes Probiotikum und seiner nicht empfehlenswerten Zutatenliste: Maisstärke, Maltodextrin, Kaliumchlorid, Reisprotein, Magnesiumsulfat, Bakterienstämme, Fructooligosaccharide (FOS), Enzyme, Vanillearomen, Mangansulfat

Hier ein Beispiel für empfehlenswerte Inhaltsstoffe:
Maltodextrin, 7,5% Bakterienkulturen, Oligofructose, mikrokristalline Cellulose, Alpha-Amylase, Cholecalciferol

Auch für Probiotika gilt sie immer nur so kurz wie notwendig einzunehmen und nicht ohne eine strenge Indikationsstellung.

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